Johannes Matthias Michel, geboren 1962, wuchs in Gaienhofen am Bodensee auf. Nach einem Klavierstudium in Basel studierte er Kirchenmusik in Heidelberg und Frankfurt und schloss sein Studium 1988 mit der A-Prüfung ab. Anschließend setzte er seine Ausbildung in der Solistenklasse Orgel an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Dr. Ludger Lohmann fort und legte dort 1992 das Solistenexamen ab.
Von 1988 bis 1998 war Michel Bezirkskantor in Eberbach am Neckar, Leiter der Eberbacher Kantorei und der Singschule Eberbach. Seit Januar 1999 ist er Kirchenmusikdirektor an der Christuskirche Mannheim und Bezirkskantor für Mannheim. Hier leitet er den Bachchor Mannheim, den Kammerchor Mannheim und das Ensemble Mannheim Vocal und dirigiert regelmäßig Oratorien, Kantaten und Orchesterkonzerte. Von 1999 bis 2021 war Michel Landeskantor für Nordbaden, seither ist er stellvertretender Landeskirchenmusikdirektor der Badischen Landeskirche.
Neben seiner Tätigkeit in Mannheim engagiert er sich seit vielen Jahren in der Ausbildung des kirchenmusikalischen Nachwuchses. Von 1989 bis 2001 unterrichtete er an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg künstlerisches und liturgisches Orgelspiel. Seit dem Jahr 2000 ist er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim tätig, wurde 2012 zum Professor ernannt und war von 2014 bis 2026 Vorsitzender des Hochschulrates.
Johannes Matthias Michel ist Komponist, Organist und Autor. Sein Werk umfasst Kompositionen für nahezu alle Bereiche der Kirchenmusik: Chormusik, Orgelmusik, Werke für Blechbläser, chorsinfonische Werke, Kammermusik und Musicals für Kinderchöre. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem das „Te Deum“, die „Kreuzigung“, „Und Maria sang“, die „Jazzmesse“ sowie die Kinderopern „Nach uns die Sintflut“ und „Jona hat nicht immer recht“. Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Chorbücher und zwei weit verbreitete Orgelschulen.
Als Organist ist Michel regelmäßig an der Steinmeyer-Orgel von 1911, dem „Mannheimer Wunderwerk“, zu hören. Neben rund 1.000 Konzerten in Europa und den USA entstanden zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen sowie mehr als 20 CD-Einspielungen mit Werken von Johann Sebastian Bach, Sigfrid Karg-Elert, Max Reger und eigenen Kompositionen. Besondere Bedeutung erlangte er zudem als Interpret auf dem Kunstharmonium und zählt zu den Pionieren dieses lange in Vergessenheit geratenen Instruments.
Seine Konzerttätigkeit führte ihn mehrfach in die Berliner Philharmonie, das Gewandhaus Leipzig, das Freiburger Münster, die Hofkirche Luzern sowie in zahlreiche Dom- und Hauptkirchen Europas und der USA. Trotz seiner internationalen Tätigkeit bleibt die Metropolregion Rhein-Neckar ein wichtiger Mittelpunkt seines Wirkens.
Neben der Musik gilt Michels Interesse auch der Geschichte und Literatur. Er veröffentlichte Beiträge in Fachzeitschriften sowie eine Biografie über den Jugendstildichter Karl Schloß. 2022 erschien mit „Tod im Fernwerk“ sein erster Kriminalroman, dessen Handlung an der Christuskirche Mannheim spielt.
Tod im Fernwerk
Roman
Strube Verlag München 3. Auflage 2022
Roman
Strube Verlag München 3. Auflage 2022
